Poesie für die vergässene Chinder



Löwenzahnkinder


E wunderschöni Bluemewiese lit vor mir,

voll Schmätterling und hufä and‘re Tier,

Farbepracht und Düft ladet eim glänzlich i,

zum aneliege… eifach z‘si,

Ich lueg de Pusteblueme zue, wie’s flüged dur de Wind,

durs Läbe tanzed, so liecht und unbeschwingt,


Stundelang träum ich vor mich hi und tauche ab,

denn gnau das git immer wieder neui Chraft,

Moment vo Glücksgfühl und vo Zfrideheit,

en Augeblick… vo Sorg befreit,

Dänk ad Liebi, woni immer wieder vo de Eltere bechum,

vergässe so, dass Läbe isch für mich wienen Wirbelsturm,

Doch wänn sie fertig isch, die Träumerei,

isch s Gfühl e wäg … vo Schmätterling und frei,

So stahni uf und laufe witer über steinig Wäg,

versueche fröhlich zsi, nöd allzu träg,


En Wäg wo immer wieder schwierig isch,

dreht sich um dSucht und nöd um mich,

Übercho händ drum mis Schwöschterli und ich es neus Dehei,

da simmer gsi … 10 Jahr im stränge, religiöse Kinderheim,

En Ort, dänkt wär er gsi für Liebi und für Halt,

doch erläbt, viel Strafe und au Gwalt,

Öpis, woni weiss als wäris geschter gsi,

verschtah das hüt no nöd, wie chame nu so herzlos si,

En Pullover fürs Bäbi, vom Mami sälber glismet, hani übercho,

Im Chinderheim ... da händs en eifach gno,


Gseit händmer Pädagoge, es git Chind dene gahts schlächter,

de Pulli müessi Spände, das seg so grächter,

I minere Seel en riese Riss,

sGschänkli vom Mami wäg, es wär doch gsi für mich,

En Schmerz, so unbeschrieblich … i ha nuna wele sterbe,

und muess na vieli Jahr, so schlimms erlebe,

D‘Erwachsne händ sich gfrög’d, warum ich nüm wet läbe,

rückblickend fragi: Muessi das no säge?

De Rucksack gfüllt mit Angscht und Sorge,

und immer dFrag : Wie wird de Tag ächt morge?

Kei Halt im Heim und süchtig Eltere, das macht es Chind kabutt,

was brucht isch Sicherheit, Liebi , Vertraue und kein Druck,

Em Chind hät niemer wele glaube,

wem chan es Chind so no vertraue?

All die Entüschige, mit de ERWACHSNE, händ mi glehrt,

verla dich nur uf DICH und niemert andersch meh,

Min einzig halt, mis Gschwüsterti, hät müässe sKinderheim verla,

ändlos Brüäle, ändlos Gschrei: Warum … löhnd ihr eus immer schtah?

So hani jede Tag druf gwartet … bis ich usem Kinderheim cha ga,

de ganzi Schmerz, s‘Erläbte ändlich hinter mir chan la,

So isch de Tag cho … fertig mit dem ganze Elend,

doch hani glehrt das isch de Afang gsi und nonig s‘ End,

Denn woni‘s szweite Gschwüsterti ha übercho,

händ alti Sorge wieder Platz im Läbe gno,


Ghofft es wird andersch, als i de Zit vo eus,

verpufft de Traum … dänn s‘alt chunnt neu,

Für wit‘ri Jahr mis alte Muschter übernah,

id Muetterrolle gschlüpft, all händ sich dänn uf mich verlah,

Immer wieder, sGfühl verlore zi … und niemert lost der zue,

ufgeh … am liebste … und wit wäg, wel langsam hani selber gnue,

Doch hanis wit scho bracht, drum nöd ufgeh,

ich lah mis Läbe nöd vo andre Mänsche neh,

Fürs chlinä Gschwüsterti, da kämpfi, dass nöd lide muess,

dänn ich, ich känn das truurig Schpiel um d‘ Sucht nu z‘guet,

Ha Angst gha, was passiert, wenis behördlich mälde tue,

well, ha doch gwüsst … Umplatzierig isch nöd immer guet,

Has gmolde, de Behörde, wasi gfunde schlimm,

ghört hani: Das isch Ihri Gschicht als Chind,

Als wär die Gschicht nöd scho trurig und schlimm,

e Nachricht chunnt, ich ha nu dänkt … bini im falsche Film,

Mis grösser Gschwüsterti, hät mitem Seeleschmerz nüm chönä umga,

nur na s Heroin hät ghulfä, die Sorge churz z‘verla,

Glitte drunter, das jetzt au sie no konsumiert,

ich gibes zue , bi seelisch fasch krepiert,

Umgheie seg kei Schand doch liege blibe hät de Papi immer wieder gseit,

drum bini immer wieder gschtande … und sälber schweri Schtei … mir us mim Wäg treit,

Und so isch mir nüt anders übrig blibe als zum witer kämpfe,

mim chlinstä Gschwüsterti viel Liebi und viel Chraft chan schänke,

Innerlich en Kampf … s‘Mami chönnt sich öppis atue oder au mich hasse,

han müässe schwere härzens e Meldig doch veralasse,

Völlig allei mit dem gla, e bösi Tochter und au Schwöster zi,

und niemert wüki gha, wo unterstützt hät debi,

Unglaublich, dass mich das Thema sit 30 Jahr begleite tuet,

es chunt mer vor als chläbts a mir grad wienen böse Fluech,

Gfordered, dass immer wieder neu und niemert cha der hälfe,

suechsch Hilf, dänn merksch au Fachlüt, die händ ihri Gränze,

Drum isches schwierig für eus … Hilf sueche oder zneh,

wel sGfühl dänn seit … mir belastet euch mit dem nur meh,

Ufhörä wirds na lang nöd, wird na länger mich begleitä,

gfunde min Wäg, den ich tue mis Läbe nöd la ischränkä,

Trotz allem isch mini Liebi zu minere Familie immer da,

ich ha losgla, doch i Notfäll chamer sich uf mich verla,

Doch au en steinige Wäg hät immer wieder mal schöni Momänt,

den vom Papi hani glehrt: Gang fröhlich und tanzend dur dWält,

SLäbe isch zschön zum immer dradänke was isch gsi,

ich chas nur besser mache und guet luege uf mich,

Positive dänke und viel Lache hät mich witerbracht,

doch känni vieli Chind die händs allei nöd gschafft,

Es git na ganz viel Chind wo händ e ähnliche Gschicht,

und niemert merkts wie ihres Herz langsam zerbricht,

Au wend Erwachse bisch sind die Sorge nöd eifach so verbi,

doch mir händ glehrt die Problem zlösä allei für sich,

Viel erläbt und drüber verzelle chönti na ganz en hufä meh,

doch es langed, ihr losed zue und das isch für mich e Ehr,

Die vergässene Chind verglich ich mitem Löwezahn wel er so schtarch isch,

er sich durs Läbe kämpft und jede Weg woner findet durchbricht,

Pusteblume wo frei, liecht und sanft tanzed dur de Wind

wo mer sich immer danach sehnt als betroffnigs Chind.

Ganz viel Liebi für die vergessene Chind.


Jasmin, Februar 2020 ©




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